Endlich schamlos! Trotz Hochstapler-Syndrom

Okt. 8, 2026

„Ich habe diese Verletzlichkeit zugelassen und darin meine Stärke gefunden“

Vor zwei Monaten saß eine Frau bei mir, die von sich sagte, sie sei ihr ganzes Leben lang auf der Suche nach sich selbst gewesen, wie eine Schatzsucherin. Reflektiert bis ins letzte Detail, empathisch bis zur Selbstaufgabe, und mit einem Hochstaplersyndrom im Gepäck, das sie irgendwann selbst mit einem Namen versehen hat, weil man mit Dingen, die man benennt, offenbar besser umgehen kann als mit Dingen, die einfach nur da sind und einen fertig machen.

Letzte Woche saßen Mona und ich noch einmal zusammen, dieses Mal mit laufendem Mikrofon. Kein Skript, keine Regieanweisung, einfach ein Abschlussgespräch nach zwei Monaten Prozessbegleitung. Ich war selbst nicht ganz sicher, wie sich das anfühlen würde, ein Gespräch aufzunehmen, das eigentlich für uns beide gedacht war.

Was dabei rauskam, hat mich ehrlich gesagt selbst noch mal getroffen.

Mona hat mir erzählt, dass sie ihr ganzes Leben lang versucht hat, die Starke zu sein. Nicht unfehlbar, das nicht, aber stark genug, um gegen Dinge anzukämpfen oder über ihnen zu stehen. Verletzlichkeit war für sie ein Ort, den man besser meidet, wenn man es sich irgendwie einrichten kann. Und dann sagt sie an einer Stelle unseres Gesprächs den Satz, den ich seitdem nicht mehr loswerde: Sie habe diese Verletzlichkeit zugelassen und darin eigentlich ihre Stärke gefunden.

Das ist keine kleine Erkenntnis. Das ist eine Kehrtwende in einem Leben, das jahrelang danach ausgerichtet war, jeden Schritt von jeder Seite zu betrachten, um ja keinen Fehler zu machen. Mona beschreibt das selbst so, dass sie früher jeder Entscheidung ein Gewicht gegeben hat, als könnte genau dieser eine Schritt der entscheidende Moment ihres Lebens sein. Kein Wunder, dass man bei so einer Haltung irgendwann stehen bleibt, egal wie reflektiert man ist.

Was sich verändert hat, ist nicht, dass Mona jetzt weniger nachdenkt. Es ist eher so, dass sie aufgehört hat, sich für das Nachdenken selbst zu rechtfertigen. Sie sagt es so: Es sei keine Veränderung gewesen, sondern eine Erlaubnis. Eine Facette von sich selbst leben zu dürfen, die vorher keinen Platz hatte, weil sie dachte, dafür sei hier kein Raum.

Von der Erlaubnis, einfach zu „SEIN“

Was mich an unserem Gespräch besonders berührt hat, war der Moment, in dem Mona über die kleinen Dinge im Alltag spricht. Lauter lachen im Flur. Sich beim Tanzen aufwärmen. Nicht mehr ständig überlegen, was jemand denken könnte, wenn man gerade albern ist. Sie sagt, sie habe sich das früher nie erlaubt, aus Angst, jemand könnte sie für instabil halten. Und jetzt ist genau das der Moment, den sie sich nicht mehr nehmen lassen will.

Mona hat mir noch einen Satz mitgegeben, den ich für diese Folge als Essenz mitnehme: Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Es ist, die Angst trotzdem mitzunehmen und den Schritt zu machen. Sie nennt das ihren Korkor, ihren Kern. Diese kleine Perle, die in jedem von uns steckt, unter einer manchmal ziemlich harten Schale.

Ich habe dieses Gespräch mit einem Kloß im Hals beendet, ehrlich gesagt. Nicht weil es traurig war, sondern weil ich selten so klar gehört habe, was zwei Monate ehrliche Arbeit an sich selbst bewirken können. Wenn du wissen willst, wie genau dieser Weg für Mona aussah, wie sie vom ständigen Zerdenken zu diesem Vertrauen in ihr eigenes Herz gekommen ist, dann hör dir die ganze Folge an. Den Link zum Reinhören findest du hier:

Janine Hünten

Janine Hünten

Authentizitäts-Coach für dein Business

Janine Hünten ist Coachin für Authentizität und Selbstständigkeit. Sie begleitet hochsensible und vielinteressierte Frauen dabei, ein Business aufzubauen, das wirklich zu ihrer Persönlichkeit passt – individuell, klar und ehrlich.

In ihrer Arbeit verbindet sie psychologisches Wissen, Human Design sowie ihre Erfahrungen aus Marketing, Vertrieb, Führung und Gründung.

Ihr Antrieb: Frauen dabei zu unterstützen, sich nicht zu verbiegen, sondern ihren eigenen Weg mutig zu gehen und dabei erfolgreich zu sein.

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